Buchtipps
5 Buchtipps von Sophie Stejskal
Autorin

Sophie Stejskal hat sich der großen Kinoliebe verschrieben. Die Wienerin betreibt gemeinsam mit Michael
Stejskal gleich zwei der schönsten Programmkinos der Stadt – das Votiv Kino und das legendäre Bellaria, das nach
jahrelangem Umbau 2026 endlich wieder seine Türen geöffnet hat. 115 Jahre alt, frisch renoviert und schöner denn
je: Mit neuem Saal, modernstem Projektor und einer Bar, in der man auch nach dem Film noch hängenbleiben will,
hat Sophie dem Traditionskino neues Leben eingehaucht. Der StadtSpionin hat die Kinomacherin ihre 5
Lieblingsbücher verraten.

Stephen King | „Todesmarsch“
Sophie Stejskal: Ein Buch, das ich mit 16 verschlungen habe und jetzt gerade erst wieder gelesen habe. Unfassbar spannend und heute fast noch relevanter als damals. Ich konnte das Buch auch beim wieder lesen nicht aus der Hand legen. Es gibt eine tolle Verfilmung aus dem Jahr 2025 mit Cooper Hoffmann!
Verlagsinfo: Einhundert 17-jährige Amerikaner brechen jedes Jahr am 1. Mai zum Todesmarsch auf. Für neunundneunzig von ihnen gilt das wörtlich – sie werden ihn nicht überleben. Der Sieger dagegen bekommt alles, was er sich wünscht ...
Verlag: Heyne

Johanna Fried | „Haralds Mama“
Sophie Stejskal: Eine Frau wartet am Flughafen in der Einöde in Schweden auf ihren Freund, der aus der Entzugsklinik zurückkommt. Mit ihr wartet seine Mama mit der sie ein mehr als nur schwieriges Verhältnis hat. Während sich der Flug mehr und mehr verspätet, müssen sich die Beiden miteinander auseinandersetzen. Herrlich böse und beißend sarkastisch. Und das wunderschöne Cover schadet auch nicht.
Verlagsinfo: Beide warten auf Harald: Lebensgefährtin und Mutter. Die eine Anfang dreißig, die andere Mitte siebzig. Beide Frauen sitzen in der Wartehalle eines klaustrophobisch kleinen Flughafens im Norden Schwedens. Und sie liefern sich einen Kampf, der einem Strindberg-Drama in nichts nachsteht. Harald musste wegen seiner Tablettenabhängigkeit in eine Klinik und nun soll er endlich wieder nach Hause kommen. Aber in wessen Zuhause, in das seiner Freundin oder das seiner Mutter? Harald, der Golden-Retriever-Mann, musste sich bisher nie entscheiden. Als Haralds Ankunft sich wegen eines Schneesturms verzögert, eskaliert der Streit. Bis wir alle nicht mehr wissen, zu wem Harald zurückkehren sollte ...
Verlag: Eichborn

Jon Krakauer | „Into Thin Air“
Sophie Stejskal: Jon Krakauer ist 1996 zufällig bei der Everest Expedition dabei, die in einer tödlichen Katastrophe endet. Krakauer beschreibt seine Erfahrungen und Eindrücke so eindringlich, dass man das Gefühl hat, selbst mit dabei zu sein. Selbst wer nichts mit Bergen und Bergsteigen anfangen kann, wird dieses Buch so verschlingen wie ich.
Verlagsinfo: Im März 1996 schickte das Magazin Outside den erfahrenen Journalisten und Kletterer Jon Krakauer auf eine Expedition unter der Leitung des renommierten Everest-Guides Rob Hall. Trotz der Erfahrung von Hall und seinen Kollegen endete der Gipfeltag mit acht Todesopfern. Krakauer erzählt nicht nur, was geschah – er fragt auch, warum es so weit kommen konnte. Nur wenige Monate nach den Ereignissen geschrieben, beschwört das Buch die majestätische Welt des Everest ebenso eindringlich wie die menschlichen Abgründe, die sich dort oben auftun. Auf dem Weg zum Gipfel stellt Krakauer die Expedition in den Kontext anderer historischer Besteigungen – und lässt uns über Fragen nachdenken, die keine einfachen Antworten kennen.
Verlag: Pan macmillan Ltd.

Friedrich Torberg | „Die Tante Jolesch“
Sophie Stejskal: Wer Sprache und Wien liebt, sollte diesen All-Time Klassiker unbedingt lesen. Grandiose Aphorismen und Redewendungen, die man sofort in seinen eigenen Sprachgebrauch aufnehmen will. Das Buch ist nicht ohne Grund ein Klassiker und macht auch beim zweiten und dritten Mal lesen noch sehr viel Spaß.
Verlagsinfo: Friedrich Torberg war wohl einer der letzten, der aus eigener Erinnerung die Atmosphäre des ehemals habsburgischen Kulturkreises und die Welt der Boheme in Budapest, Prag und Wien so intensiv zu beschwören vermochte. Franz Molnár, Egon Erwin Kisch, Anton Kuh, Egon Friedell und Alfred Polgar – hier werden sie alle wieder lebendig. Aber mehr noch kommen die Unbekannten zu Wort: der zerstreute Religionslehrer Grün, der geistreiche Rechtsanwalt Sperber, die Redakteure des legendären „Prager Tagblatts“ und natürlich die Tante Jolesch, die den Lauf der Welt auf ihre Weise kommentierte.
Verlag: Langen-Müller

Juli Zeh | „Unterleuten“
Sophie Stejskal: Man darf sich hier nicht von den ca. 600 Seiten abschrecken lassen. Auch, wenn es ins Handgelenk geht, ist dieser Roman wirklich großartig. Ich bin regelrecht in dieses Buch hineingesaugt worden. Jeder Charakter fühlt sich so vertraut an, als würde man die Person selbst kennen und am Ende fühlt man sich fast so, als wäre man selbst Teil dieses Dorfes.
Verlagsinfo: Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf „Unterleuten“ irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit großstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist …
Verlag: Luchterhand
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